Kylie Minogue – X
Diese Frau ist ein Phänomen: Sie war musikalisch gesehen schon so oft totgesagt, dass sie eigentlich längst höchstens noch bei irgendwelchen ultimativen Chart-Shows als Vollplayback-Act auftreten dürfte. Stattdessen beweist sie ein bemerkenswertes Stehvermögen und vor allen Dingen ein ausgesprochen gutes Händchen bei der Produzentenwahl. Dieser Tage erscheint nach langer Charts-Abstinenz, bedingt durch ihre schwere Krankheit, ihr zehntes Studioalbum mit dem passenden Titel „X“, das zugleich auch „20 Jahre Kylie“ zelebriert, denn so lange ist die ewig attraktive Pop-Prinzessin aus Down Under schon im Geschäft. Eineinhalb Jahre hat unsere kleine Kylie an „X“ gebastelt und dabei heraus gekommen ist ein wahrlich „globales“ Album: London, Brighton, Stockholm, Kopenhagen, L.A. und Ibiza waren die Stationen, die Kylie für „X“ ansteuern musste. Zur Seite gestanden haben ihr dabei nicht nur „alte Hasen“ wie der Ex- und jetzt doch wieder Robbie-Williams-Buddy Guy Chambers („Sensitized“) oder Karen Poole, sondern auch Newcomer wie der 23-jährige Calvin Harris (der bei der aktuellen Single „2 Hearts“ an den Reglern saß) und angesagte Namen wie Bloodshy & Avant, die schon bei Madonnas und Kelis’ Songs Hand anlegen durften.
Dabei herausgekommen ist ein Album, vor dem man schlicht und ergreifend nur den Hut ziehen kann: Kylie klingt frischer denn je, die Songs sind durch die Bank weg einfalls- und abwechslungsreich und man hat nicht eine Sekunde das Gefühl: „Ist jetzt gut?“ Soundtechnisch bewegen sich Kylie und ihre Weggefährten dabei in gewohnt angesagten Gefilden: Retro-Sounds, wie man sie auch von Daft Punk erwarten könnte, nehmen einen mit in die 80er und laden mit zeitgemäßen Beats unweigerlich zum Tanzen ein. In manchen Songs erinnert sie an Gwen Stefani, dann muss man wieder an Fergie denken – und all das, ohne wie eine Kopie zu klingen. Song für Song ist eindeutig Kylie und immer authentisch. Musste man bei Madonnas letztem Album eigentlich immer wieder ausblenden, wer da am Mikro gestanden hatte, um die elektronischen Songgebilde nicht vollkommen unglaubwürdig zu finden, so kauft man Kylie jede gesamplete Gitarre voll ab, jede verzerrte Snaredrum scheint selbstverständlich zu sein und jeder Song scheint einfach nur konsequent das wiederzuspiegeln, was der geneigte Fan von Kylie im Jahre 2007 erwartet hätte. Oder um es anders zu sagen: „X“ ist das Album, das „Body Language“ hätte sein sollen. Hier ist im Grunde jeder Song ein Hit und man kann sich jetzt schon sicher sein: Wenn Kylie so weitermacht, wird es auch in Zukunft nichts mit Auftritten bei der ultimativen Chart-Show, denn für sowas ist Frau Minogue einfach viel zu gut!
Einen Anspieltipp hätte ich noch: Meine momentane Lieblingsnummer von „X“ ist Song Nummer 11: „Wow“. Hörts Euch mal an!
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P.S.: Ich weiss, dass das Album erst am 23.11. erscheint. Ich habe es aber keineswegs aus illegalen Quellen, sondern eine ganz reguläre legale Kopie gehört (und mein persönliches Exemplar ist schon bei Amazon vorbestellt: Als Limited Edition mit Bonus-DVD). Bevor hier jemand auf falsche Gedanken kommt…
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