Wie man sich Kunden sichert
Man nehme: Ein unglaublich schickes Telefon mit MP3-Player, das jeder haben will, weil es nette Sachen kann und ein prima Statussymbol abgibt, und einen Musicstore, der eine Menge Songs enthält, die man den Telefonkäufern für ihr musikalisches Mobilgerät andrehen könnte. Wenn man jetzt die Telefonkäufer zu Zwangskunden des Musicstores macht, könnte das den einen oder anderen neugewonnenen Kunden vielleicht dazu bewegen, den einen oder anderen Song im Musicstore zu kaufen und so hätte man den Kunden gleich doppelt an die eigene Marke gebunden: Einmal über das Telefon und dann nochmal über den Musicstore. So denkt sich das jedenfalls Apple und zwingt jeden iPhone-Käufer dazu, sich ein iTunes-Konto zuzulegen, weil dieses angeblich notwendig ist, um diverse Konfigurationen am Gerät vornehmen zu können. Wieso auch immer! Was beim iPod funktionierte, weil die User das Spiel von sich aus mitgespielt haben (das iPod-Verwaltungstool iTunes wurde irgendwann zum Online-Store für Musik und weil man das Tool eh schon installiert hatte und alles so schön unter einem Dach war, haben iPod-Käufer auch begeistert bei iTunes eingekauft), will man beim iPhone nun erzwingen. Ob das wohl klappen wird oder ob Apple sich damit nur selber schadet?
Die Handy-Konkurrenz in Form von Nokia, Samsung & Co. will darauf lieber gar nicht erst warten und unterstützt freiwillig den Musik-Abo-Shop MusicStation, der für knapp 3 Euro pro Monat munter Musik aufs Handy streamt. Um gegen die iPhone-Konkurrenz gewappnet zu sein, wird der MusicStation-Player demnächst auf den Handys der großen Anbieter vorinstalliert sein. Eine Desktop-Version der Software soll auch noch folgen, damit man sich die Musik (für 1 Euro mehr pro Monat) auch auf dem heimischen PC anhören kann.
Egal für welchen Dienst man sich entscheidet, sollte man jedoch eines ganz klar bedenken: So verlocken das mit der mobilen Musikflatrate ja auch klingen mag, es fallen doch trotzdem enorme Datenvolumen bei der Übertragung der Songs an und wer bei seinem Provider keine Datenflatrate mitgebucht hat, wird hier ganz schnell verdammt hohe Handyrechnungen generieren!
Kein iPhone ohne iTunes-Konto? – Golem.de
MusicStation: Konkurrenz für iTunes und iPhone – Golem.de
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